• DZGD - Dalmatiner Zucht Gemeinschaft e.V.
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LUA-Dalmatiner – was ist das?

 

LUA-Dalmatiner – was ist das?Dalmatiner haben viele Besonderheiten. Am auffälligsten ist das weiße Fell mit den dunklen Punkten. Aber auch im Stoffwechsel sind Dalmatiner ganz besondere Hunde. Dalmatiner scheiden den überschüssigen Stickstoff großenteils als Harnsäure aus, während (fast) alle anderen Hunde Allantoin ausscheiden. Harnsäure ist schwerer löslich und kann deshalb als „Salz“ in der Blase auskristallisieren.

 

 

Die Folge kann im schlimmsten Fall Steinbildung sein, was v.a. bei Rüden zu Komplikationen bis hin zum Blasenverschluss führen kann. Dieses Krankheitsbild wird als Hyperurikosurie bezeichnet. Glücklicherweise bilden nur wenige Dalmatiner Uratsteine, und man kann durch Ernährung das Risiko für die Steinbildung drastisch senken (v.a. Rohfütterung, purin-arme Ernährung, Flüssigkeitsgabe).

Was ist der Grund für diese Besonderheit beim Dalmatiner? Für den Transport der Harnsäure in Niere und Leber ist ein Gen (bzw. dessen Produkt) verantwortlich, das sog. SLC2A9. Beim Dalmatiner hat sich bereits sehr früh in der Zucht eine Veränderung (Mutation) dieses Gens ereignet, so dass es nicht mehr seine volle Funktion ausüben kann. Es gibt die Vermutung, dass diese Mutation in engem Zusammenhang mit gewünschten optischen Eigenschaften (z.B. schöne Fleckung) stand und deshalb durch gezielte Züchtung auf diese optischen Eigenschaften auch die Mutation des Gens SLC2A9 innerhalb der Rasse zu 100% verbreitet wurde. Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass alle Dalmatiner die Mutation des Gens auf beiden Kopien tragen (Hunde haben einen doppelten Chromosomensatz, tragen also jedes Gen doppelt). Durch diesen Gen-Defekt hat der Dalmatiner einen leicht erhöhten Harnsäure-Spiegel im Blut, die Harnsäure-Konzentration in der Blase ist jedoch bis zu 40mal höher als bei anderen Hunden.

Das Backcross-Projekt: Leider kann das Risiko der Uratstein-Bildung auch bei richtiger Ernährung nicht ganz ausgeschlossen werden. Aus diesem Grunde wurde im Jahr 1973 durch Dr. Robert Schaible in USA eine Einkreuzung durchgeführt. Dr. Schaible verpaarte eine Dalmatiner-Hündin mit einem Rüden einer möglichst nah verwandten Rasse, die jedoch die ursprüngliche („gesunde“) Genvariante trägt, nämlich einem Pointer. Die resultierenden „Mischlinge“ kreuzte er über Generationen jeweils mit reinrassigen Dalmatinern. Bereits nach wenigen Generationen erhielt Dr. Schaible wieder einen optisch „reinen Dalmatiner“, der jedoch in der Lage war, den Stickstoff in Form des unproblematischen Allantoins auszuscheiden. Mittlerweile befindet sich das Zucht-Projekt ca. in der 15. Generation, die daraus abstammenden LUA (low uric acid)-Dalmatiner sind mittlerweile in USA, England, Frankreich, Deutschland und weiteren Ländern als reinrassige Dalmatiner anerkannt und erhalten FCI-Papiere.

Es liegt auf der Hand, dass ein solches Projekt die Chance bietet, einen genetischen Nachteil auszugleichen und somit die an sich gesunde Rasse der Dalmatiner noch gesünder bzw. unproblematischer zu machen. Ziel des Projekts ist es, die „gesunde“ LUA-Genvariante langsam und kontrolliert in die Rasse einzubringen. Hierfür sollen LUA-Dalmatiner mit typvollen und „normalen“ (HUA-) Dalmatinern verpaart werden. Eine Verpaarung zweier LUA-Dalmatiner untereinander sollte frühestens in einigen Generationen erfolgen, um zunächst möglichst große genetische Varianz zu erhalten.


 
Autor: Dr. Frank Pfannenschmid


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